Startseite » Blog & Werkstatt-Einblicke » Querholz – Holz-Lexikon

Querholz – Holz-Lexikon

Querholz mit quer verlaufender Faserstruktur, die das unterschiedliche Quell- und Festigkeitsverhalten im Vergleich zu Längsholz zeigt.

Als Querholz bezeichnet man Holz, bei dem die Faserrichtung quer zur Hauptbelastungs- oder Bauteilrichtung verläuft. In dieser Richtung zeigt Holz ein anderes Festigkeits- und Quellverhalten als in Längsrichtung, was bei Konstruktion und Verbindungstechnik besonders berücksichtigt werden muss.

Kurzdefinition

Querholz ist Holz, dessen Fasern senkrecht oder schräg zur Längsachse eines Bauteils verlaufen. Es weist geringere Zug- und Biegefestigkeit als Längsholz auf und zeigt deutlich stärkere Quell- und Schwindbewegungen.

Aufbau und Funktionsweise

Die Zellstrukturen des Holzes verlaufen beim Querholz nicht in Belastungsrichtung, sondern werden quer geschnitten oder beansprucht. Kräfte müssen daher über die Querfestigkeit der Fasern und über die Zellwände aufgenommen werden.

  • Faserrichtung quer zur Bauteilachse
  • geringere Zug- und Biegefestigkeit als bei Längsholz
  • stärkeres Quellen und Schwinden in Breite und Dicke
  • andere Bruch- und Risscharakteristik als Längsholz

Querholz reagiert sensibler auf Feuchteänderungen und konstruktive Zwängungen als längs orientiertes Holz.

Eigenschaften und konstruktive Vorteile

Obwohl Querholz geringere Festigkeiten aufweist, ist es konstruktiv unverzichtbar, da viele Bauteile zwangsläufig quer zur Faser beansprucht werden.

  • hohe Druckfestigkeit quer zur Faser bei geeigneter Lagerung
  • starke Dimensionsänderungen bei Klimaschwankungen
  • geringere Schraub- und Dübelhaltekraft als in Längsholz
  • charakteristische Optik durch quer geschnittene Jahrringe
  • besonderes Verhalten an Leimfugen und Verbindungen

Konstruktiv müssen Verbindungen so ausgelegt werden, dass sie diese Bewegungen aufnehmen oder ausgleichen können.

Bedeutung im Schreinerhandwerk / Möbelbau

Das Verständnis von Querholz ist wesentlich für die Planung von Massivholzkonstruktionen und für die Vermeidung von Rissen und Verzug.

  • Platten aus verleimten Bohlen
  • Querzargen und Querstreben
  • Türfüllungen und Rahmen-Füllungs-Konstruktionen
  • Treppenstufen und Auflagerbereiche

Viele klassische Holzverbindungen sind darauf ausgelegt, die Bewegung von Querholz kontrolliert zu führen.

Anwendung im Möbel- und Innenausbau

Querholz tritt überall dort auf, wo Bauteile quer zur Faser verbunden oder gelagert werden.

  • Tischplatten und massive Flächen
  • Rahmen-Füllungs-Türen
  • Schubkastenböden und Rückwände
  • Wand- und Deckenverkleidungen

Bei der Konstruktion müssen Langlöcher, Gratleisten, Nut-und-Feder-Verbindungen oder schwimmende Lagerungen vorgesehen werden.

Bearbeitung, Genauigkeit und Besonderheiten

Querholz stellt höhere Anforderungen an Werkzeuge und Konstruktion.

  • erhöhte Ausrissgefahr beim Hobeln und Fräsen
  • stärkere Leimaufnahme an Stirn- und Querflächen
  • geringere Haltekräfte von Schrauben und Dübeln
  • notwendige Bewegungsfugen und Gleitlagerungen
  • Berücksichtigung der Holzfeuchte vor der Verarbeitung

Konstruktiv dürfen Querholzbereiche niemals starr mit Längsholz fixiert werden, ohne Bewegungsmöglichkeiten vorzusehen.

Verwandte Begriffe

Längsholz
Hirnholz
Gratleiste
Gratnut
Nut und Feder
Rahmenkonstruktion
Korpuskonstruktion